Der Schwalm-Eder-Kreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Kassel in Nordhessen. Er hat 182.513 Einwohner und eine Fläche von 1.538,56 km², was ihn zum flächenmäßig zweitgrößten Landkreis Hessens nach dem Landkreis Waldeck-Frankenberg macht. Er wurde 1974 aus den Altkreisen Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain gebildet. Die im Zentrum liegende Stadt Homberg/Efze ist die Kreisstadt.
Der Kreis enthält Teile des Knüllgebirges und des Kellerwalds und wird von der Westhessischen Senke mit ihren fruchtbaren Böden durchzogen. Die namensgebenden Flüsse Schwalm und Eder durchfließen ihn.
Der Schwalm-Eder-Kreis liegt im historischen Siedlungsgebiet der Chatten. Sein Nordteil war als Gaugrafschaft Maden die Keimzelle der Landgrafschaft Hessen, sein Südteil Jahrhunderte lang bis 1450 die selbständige Grafschaft Ziegenhain. Im Mittelalter war die Region von den Auseinandersetzungen zwischen Kurmainz und der Landgrafschaft Hessen gekennzeichnet.
Der Schwalm-Eder-Kreis liegt im Norden Hessens und ist mit einer Fläche von 1.538,29 km² der zweitgrößte Kreis des Landes nach dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Das entspricht etwa 7,3 Prozent der hessischen Landesfläche. Im Norden grenzt er an die Landkreise Kassel und Werra-Meißner, im Osten an den Landkreis Hersfeld-Rotenburg, im Süden an den Vogelsbergkreis und den Landkreis Marburg-Biedenkopf und im Westen an den Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Naturräumlich lässt sich der Landkreis grob in drei Gebiete einteilen. Im Zentrum verläuft in einer etwa zehn Kilometer breiten Schneise die Westhessische Senke, die sich von Bad Karlshafen bis zum Vogelsberg erstreckt. Das Gelände in der Senke ist von einer aus flachen Schwellen und Rücken bestehenden Hügellandschaft geprägt, nur in den Flussniederungen von Schwalm, Eder und Fulda ist es eben. Im nördlichen Teil erheben sich eine Anzahl von Basaltkegeln. Westlich der Senke befindet sich das Westhessische Bergland, das von bewaldeten Bergkuppen bestimmt wird. Allerdings gehören nur Teile der Gemeinden Bad Zwesten, Jesberg und Gilserberg dazu, denn dieser Naturraum erstreckt sich mehrheitlich über den Kreis Waldeck-Frankenberg. Östlich der Senke befindet sich das Osthessische Bergland, das fast die Hälfte des Kreisgebietes umfasst. Dazu gehören das markante Mittelgebirge des Knülls und dessen Ausläufer, die sich über das Gebiet von acht Städten und Gemeinden des Landkreises erstrecken.
Die höchste Erhebung des Kreises ist mit 675,3 m ü. NN der Wüstegarten im Kellerwald bei Jesberg an der Kreisgrenze zu Waldeck-Frankenberg. Der niedrigste Punkt befindet sich mit 140 m ü. NN in der Gemeinde Guxhagen im Norden des Kreises.
Im östlich gelegenen Knüllgebirge dominieren im älteren Trias entstandene Formationen des Mittleren Buntsandsteins. Ebenso ist es im westlichen Teil des Kreises bei Gilserberg. Unterer Buntsandstein kommt hingegen nur lokal vor. Die Verwitterungsböden beider Gesteine sind allgemein sauer bis schwach basenhaltig und nährstoffarm. Der überwiegende Teil dieser Böden ist von Wald bedeckt.
Im Raum Fritzlar lassen sich jüngere Vorkommen des Oberen Buntsandsteins finden, der wegen seiner rötlichen Farbe auch Röt-Formation genannt wird. Diese Vorkommen bilden feinkörnige, tonig-schluffige Böden mit unterschiedlichen Kalkgehalten und plattig-tonigen Mergeln mit trockenen Standortverhältnissen. Bei Ottrau, Oberaula und Gilserberg gibt es zudem kleinere Kalkvorkommen.
Im Knüll ragen Basaltkegel aus dem Boden. Diese verstreuten Basaltdurchbrüche sind auf vulkanische Tätigkeit im Tertiär zurückzuführen. Die Verwitterungsböden sind nährstoffreicher als die des Buntsandsteins und höher basengesättigt. Wegen der Höhenlage, der steilen Hänge und des hohen Steingehalts im Boden des Knüllgebirges wird das Land meist nicht landwirtschaftlich genutzt. In der Regel sind sie bewaldet oder bilden Felsen und Blockfelder.
In der Westhessischen Senke sind für den Schwalm-Eder-Kreis zwei Gebiete auszumachen. Im nördlichen Teil des Kreises treten mesozoische Gesteine an die Oberfläche, ähnlich wie die Basaltdurchbrüche im Knüllgebirge. Im südlicher gelegenen Hessengau hingegen herrschen tertiäre Sedimente mit Sand-, Kies- und Tonlagen vor, in die bei Borken ergiebige Braunkohlevorkommen eingelagert sind. Die Senke wird auch von großen Lössablagerungen bestimmt. Sie sind im Pleistozän durch Windeinwirkung entstanden und haben sich an vielen Stellen in unterschiedlich starken Schichten ab- und umgelagert. Diese Ablagerungen bilden meist landwirtschaftlich ertragreiche Böden. Die jüngsten Ablagerungen der Quartärformation bestehen in der Regel aus Sanden bis Lehmen mit unterschiedlichen Kies- und Steingehalten. Sie lagern in den Talauen und werden bis heute durch Fluss- und Bachdynamik sowie Starkregenfälle angeschwemmt und umgelagert. Die Verwitterungsböden können fruchtbare Auenböden und bei hohen Wasserständen Gleye oder bei sandig-kiesigen Substrat trockene Standorte bilden.